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Prag-Tagebuch

Studienfahrt der Leistungskurse Deutsch und Geschichte

Stadtplan von Prag
Quelle: OpenStreetMap

Vom 17. bis 21. September begeben sich die Leistungskurse von Frau Levin und Herrn Wöllmann auf Studienfahrt in die tschechische Hauptstadt an der Moldau: Prag.

Schon am frühen Morgen treffen sich die 34 Schülerinnen und Schüler und drei der Lehrer vor der Schule, um sich mit dem Bus auf den Weg zu machen. Die Fahrt wird etwa acht Stunden dauern, sodass bereits am Nachmittag das Programm starten kann.

Dieses Reisetagebuch dient dazu, dass alle Daheimgebliebenen ein paar kleine Einblicke in die Studienfahrt erhalten.

Wir hoffen, dass alle Beteiligten viel Spaß haben werden!


1. Tag der Reise: Montag, 17. September

Die Reisegruppe auf einem Aussichtspunkt über Prag
Die Reisegruppe im Parukarka-Park

Um 5.30 Uhr starteten wir unsere Reise in die goldene Stadt Prag.

Nach acht Stunden entspannter Fahrt kamen wir um 13.30 Uhr endlich an. Die Stadt beeindruckte uns bereits auf den ersten Blick! Zunächst hatten wir ein wenig Zeit, uns zurecht zu finden. Einige ruhten sich aus, andere erkundeten die Umgebung.

Um 16.00 Uhr begann der erste Programmpunkt unserer Reise. Wir starteten den geführten Orientierungsspaziergang im Stadtteil Zizkov, wo sich auch unser nettes Hotel befindet.

Nachdem wir einige Highlights des Stadtteils kennengelernt hatten, fuhren wir mit der Tram in Richtung Prager Altstadt. Dort führte uns unser Guide in die Geschichte Prags ein.


Panorama Blick am Altstädter Ring
Panorama Blick am Altstädter Ring

Die Führung endete vor dem Restaurant U Mateje Kortby. Nach dem gemeinsamen Abendessen trennten sich unsere Wege und wir ließen unseren ersten Tag gemütlich ausklingen.

Unser Reisetipp:

  • Ein Bier in Prag zu trinken, ist ein absolutes Muss!
  • Außerdem sollte man sich die tschechische Spezialität Trdelnik nicht entgehen lassen !

2. Tag der Reise: Dienstag, 18. September

Kafka sitzt auf den Schultern eines leeren Körpers ohne Kopf - Franz-Kafka-Denkmal von Jaroslav Rona
Der Deutsch-LK vor dem Franz-Kafka-Denkmal

Nach der ersten Nacht in unserem Hotel erschienen um 7.45 Uhr die ersten verschlafenen Gesichter im Frühstückssaal.

Kurz darauf startete der erste Programmpunkt, die Sprachrallye. Dort erlernten wir zunächst die Basics der tschechischen Sprache und wendeten diese auch direkt in einem praktischen Teil an, bei dem wir mit vielen Pragern in Kontakt traten.

Schon bei der Stadtführung des ersten Tages haben wir einiges über den Prager Frühling herausgefunden und konnten ab 14.00 Uhr in einem Zeitzeugengespräch mehr darüber erfahren und uns ein genaueres Bild vom damaligen Geschehen machen.

In zwei Gruppen aufgeteilt, machten sich im Anschluss die Leistungskurse auf den Weg zu zwei verschiedenen Führungen. Die eine Führung handelte von Franz Kafka, bei der viele seiner Wohnsitze gesehen und einige Lektüreauszüge gelesen wurden.

Die andere Gruppe hat sich mit der Geschichte Prags unter dem Hakenkreuz auseinandergesetzt. Dazu besuchten sie die Krypta einer Kirche, in der die berühmten Attentäter von Reinhard Heydrich den Freitod gewählt haben.

Das Highlight des Abends war die Vorstellung im Schwarzlichttheater, welches wir nach dem gemeinsamen Abendessen besuchten.


Kafka Statue mit 42 beweglichen Ebenen
42 bewegliche Ebenen bilden die Kafka-Statue

 

Tschechische Wörter, die Sie kennen sollten:

  • Dobrý den! – Guten Tag!
  • Ahoj!/Cau! – Hallo!/Tschüss!
  • Prosím!/Dekuju! – Bitte!/Danke!

 

Unser Reisetipp:

  • Nehmen Sie bequeme Schuhe mit
  • Probieren Sie Kofola
  • Das Schwarzlichttheater ist empfehlenswert

3. Tag der Reise: Mittwoch, 19. September

Viele Gräber am Nationalfriedhof in Theresienstadt
Der Nationalfriedhof Theresienstadt

Nachdem wir heute morgen halbwegs ausgeschlafen beim Frühstück erschienen sind, starteten wir gegen 10.00 Uhr den Tag mit einer knapp einstündigen Busfahrt nach Theresienstadt.

Vor Ort erhielten wir unsere Lunchpakete, mit welchen wir dann selbstständig in kleinen Gruppen aufbrachen, um Theresienstadt zu erkunden.

Vormittags besuchten wir das Ghetto und lernten viel über die Geschichte und die Lebensumstände der jüdischen Bevölkerung, welche während der Zeit des Nationalsozialismus gezwungen wurden, dort zu leben und zu großen Teilen dort sogar starben.

Nachmittags besuchten wir das KZ »Die kleine Festung«, in welcher Juden und politische Gegner des NS-Regimes gefangen gehalten, teilweise gefoltert und ermordet wurden.

Die Nationalsozialisten nutzten die kleine Festung als Sammel- und Durchgangslager, um die Häftlinge anschließend zu den Vernichtungslagern im Osten zu deportieren, aber auch als jüdische Mustersiedlung, die Besuchern präsentiert wurde. Zwei Filme zeigten die Unterschiede zwischen der realen Situation und der für die Weltöffentlichkeit beschönigten Variante.


Blick in einen Schlaf- und Wohnraum in der Magdeburger Kaserne
Schlaf- und Wohnraum von Juden in Theresienstadt

In der kleinen Festung herrschte eine bedrückende Stimmung, da uns dort erneut das Ausmaß des NS-Regimes, welches sowohl Theresienstadt als auch die kleine Festung als Vorstufe der Deportation nutzten, mit einem realen Bezug nahegebracht wurde.

Nach diesem historisch interessanten Besuch machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zurück zum Hotel. Nachdem wir im Hotel die Möglichkeit hatten, uns kurz auszuruhen und frisch zu machen, ließen wir den Abend ab 18.30 Uhr mit einem Besuch im Restaurant U Beneditka ausklingen und ein schöner Sommerabend in Prag wartete auf uns.

Unser Reisetipp: 

  • Eine Führung in der kleinen Festung ist ein absolutes Muss!

4. Tag der Reise: Donnerstag, 20. September

Die Reisegruppe im Garten der Deutschen Botschaft in Prag
Im Garten der Deutschen Botschaft

Am Morgen konnten wir länger schlafen, da das Programm erst um halb elf startete. Somit trafen sich alle Schüler und Schülerinnen um halb zehn, um gemeinsam mit der Straßenbahn zur deutschen Botschaft in Prag zu fahren.

Nach dem Sicherheitscheck in der Botschaft begrüßte uns die Leiterin des Wirtschafs- und Wissenschaftsreferates Rebecca Kasens. Nachdem sie sich der Reisegruppe vorgestellt und ihren beruflichen Werdegang beim Auswärtigen Amt beschrieben hatte, informierte sie uns über das Gelände, die Geschichte des Gebäudes und die tägliche Arbeit in der Botschaft.

Sie führte uns in den Garten und beschrieb eindrucksvoll die Verhältnisse aus dem Jahr 1989, als tausende von ostdeutschen Flüchtlingen versuchten in die Botschaft zu kommen, in der Hoffnung eine Ausreisegenehmigung in die Bundesrepublik Deutschland zu erhalten.


Blick von der Moldau auf die Karlsbrücke
Blick von der Moldau auf die Karlsbrücke

Verstärkt wurden diese Eindrücke durch einen Film, der spätestens mit den berühmten Worten von Hans-Dietrich Genscher am 30. September vom Balkon der Botschaft für Gänsehaut bei der Besuchsgruppe sorgte.

Nach dem interessanten und informativen Besuch der Botschaft stand uns die Gestaltung der nächsten Stunden frei, um Prag auf eigene Faust zu entdecken.

Am frühen Abend fanden wir uns alle am Bootsanleger an der Moldau ein. Der letzte Programmpunkt unserer Studienfahrt war die gemeinsame Schifffahrt auf der Moldau.

Vor uns lagen drei schöne Stunden mit Buffet und traumhafter Kulisse. Während wir die Karlsbrücke passierten, hörten wir die Klänge von Smetanas »Die Moldau« und konnten ein letztes Mal die eindrucksvolle Kulisse der Goldenen Stadt genießen.

Am letzten Abend verabschiedeten wir uns von Prag und dabei warfen wir unterschiedliche letzte Blicke auf diese schöne Stadt.

Unser Reisetipp:

  • Besuchen Sie unbedingt die Deutsche Botschaft in Prag! Eine Anmeldung ist jedoch vorher notwendig.

Abschließendes Fazit

Eine Prag-Katze

Insgesamt können wir sagen, dass es eine sehr erfolgreiche LK-Fahrt war. Die Kombination aus lustigen und lehrreichen Momenten hat für einen unvergesslichen Aufenthalt gesorgt. Das Hotel hat unsere Erwartungen mehr als übertroffen und das Wetter war kontinuierlich sehr gut.

Die wohl beeindruckendsten Bilder haben wir in Theresienstadt zu Gesicht bekommen. Obwohl wir sehr detaillierte Eindrücke in die Vergangenheit erhalten haben, ist es unvorstellbar, was an diesem Ort geschehen ist.

Unsere frisch erlangten Tschechisch-Kenntnisse ermöglichten es uns, in den schönen Prager Restaurants ein gediegenes »Dobrý den« in die Runde zu geben. Die traditionelle Küche Tschechiens ist definitiv ein Highlight unserer Fahrt.

Unser Interesse an Politik/Geschichte brachte uns in die »berühmte« Deutsche Botschaft in Prag. Gerade durch diese außergewöhnliche Geschichte war es umso spannender, den Ort, der vielen DDR-Bürgern ein neues Leben ermöglichte, erleben zu können.

Auch der Zeitzeuge hat die Geschichte des Prager Frühlings sehr lebhaft vermittelt. Seine Interaktion mit uns war amüsant und hat seinen Vortrag sehr anschaulich gemacht. Eine wohl bessere Informationsquelle kann man sich nicht wünschen.


Blick bei Nacht auf die Karlsbrücke

Die ganze Ästhetik Prags entfaltete sich nochmal bei der abschließenden Bootsfahrt auf der Moldau. Auch diesen Tag konnten wir mit einem malerischen Sonnenuntergang ausklingen lassen.

Wir alle sind der Meinung, dass Prag eine der schönsten Städte Europas ist und können allen eine Reise nach Prag nur ans Herz legen. Auch beim einhundertsten Überqueren des Wenzelsplatzes sind wir jedes Mal wieder erstaunt darüber, wie schön eine Stadt sein kann.

»Na shledanou Praha!«

Weitere Informationen

Ansprechpartner

Inge Levin
Björn Rauhaus